Gruppe D: Griechenland nicht europameisterlich
15.06.2008, von Michael Kommentare (0)
Foto: flickr.com
Auch heuer wird der amtierende Europameister seinen Titel nicht verteidigen können, Griechenland ist nach einem 0:1 gegen Russland draußen. David Villa sichert Spanien beim 2:1-Sieg über Schweden den Viertelfinalplatz durch ein Tor in letzter Minute.
Spaniens Teamchef Aragones stellte wie beim 4:1-Sieg über Russland wieder die zwei Spitzen Torres und Villa auf und wieder sorgte das Sturmduo für Unbehagen in der gegnerischen Hintermannschaft. Spanien und Schweden gingen mit großem Respekt füreinander in die Partie in Innsbruck. Die Iberer schienen sich die Ehrfurcht eher verdient zu haben, gingen sie doch schon in der 15. Minute in Führung. Fernando Torres sprang in eine Silva-Flanke und fälschte den Ball unhaltbar ab. Mehrere Versuche auf den Ausgleich blieben bis zur 33. Minute erfolglos, als Fredrik Stoor auf Zlatan Ibrahimovic abgibt und dieser aus etwa sieben Metern einschießt. Nach der Pause scheinen sich die vor allem die Schweden mit einer Punkteteilung gut abfinden zu können. Die Spanier haben noch zwingendere Chancen auf das Führungstor, glaubten aber wohl selbst nicht mehr an den Sieg, bis Villa zwei schwedische Verteidiger umspielt und den Ball unter Torwart Jakobsson zum 2:1 ins Tor schiebt. David Villa hält nun als einziger bei vier Toren und wenn Spanien seine Serie – 18 Spiele ohne Niederlage – fortsetzen kann, wird er noch einige Begegnungen nutzen können, um sich die Torschützenkrone zu sichern. Die Aragones-Elf ist damit der vierte fixe Gruppensieger nach Portugal, Kroatien und den Niederlanden.
Bisher konnte noch kein Europameister seinen Titel verteidigen. Nach der 0:1-Niederlage gegen Russland gibt es auch für Griechenland keine theoretische Chance mehr, in das Achtelfinale aufzusteigen. So früh wie die Hellenen, die gleichzeitig als einziges Team ohne Treffer bleiben, schied allerdings noch kein Titelträger aus. Die Griechen begannen mit einem offensiveren 4-3-3-System. Ein Torfeuerwerk war in Salzburg trotz dreier russischer Chancen in der ersten Viertelstunde nicht in Sicht. Die Griechen verbuchten ihre erste Möglichkeit in der 20. Minute, kurz zuvor verweigerte Schiedsrichter Rosetti den Russen nach Dellas-Handspiel einen Elfmeter. Weil es vor der Pause die einzige Torchance der Rehagel-Truppe blieb, war die Führung Russlands in der 33. Minute völlig verdient: Goalie Nikopolidis verließ offensichtlich gedankenverloren sein Tor, Semak kam aber eher zum Ball und legte per Fallrückzieher für Syrjanow auf, der keine Probleme mit dem Abschluss. In der zweiten Hälfte wird das Spiel weiter offen geführt, nach zwei verpassten Gelegenheiten auf griechischer und drei auf russischer Seite, freut sich die Sbornaja über einen knappen Sieg. Am Donnerstag folgt das direkte Duell gegen Schweden um den Aufstieg, denen dann allerdings schon ein Unentschieden reichen würde. Die Griechen sind raus; einen Ehrenempfang in Athen werden Rehagel und seine Mannen heuer sicher nicht bekommen.
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