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Gruppe C: Italien zieht den Kopf aus der Schlinge

18.06.2008, von Michael Kommentare (0)

Foto: flickr.com
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Die Niederlande gewinnen auch ihr drittes Gruppenspiel gegen Rumänien (2:0), Italien besiegt wie schon im WM-Finale Frankreich - diesmal 2:0 - und trifft im Viertelfinale auf Spanien.

Im WM-Finale 2006 war es noch eine knappe Angelegenheit. Nach einem Zidane-Elfmeter und einem Materazzi-Kopfball stand das damalige Endspiel zwischen Italien und Frankreich von der 19. bis zur 120. Minute 1:1, erst das Penaltyschießen entschied über den Weltmeister und Italien fand das bessere Ende. In der Zwischenzeit trafen die Kontrahenten auch in der EURO 08-Qualifikation aufeinander. Das Hinspiel gewannen die Franzosen 3:1, das Rückspiel endete 0:0. In der gestrigen Endrunden-Begegnung in Zürich hatten „Les Bleus” kein Ankommen gegen den Weltmeister. Luca Toni fand wie schon gegen Rumänien von Beginn an viele Chancen vor, scheiterte aber in der vierten Minute gegen Frankreich-Schlussmann Coupet. In der zehnten Minute der erste Rückschlag für die Domenech-Elf: Spielgestalter Ribery setzt zu einem Foul an Zambrotta an, verletzt sich bei der Attacke jedoch selbst und muss durch Nasri ersetzt werden. Bereits eine Minute später kann Claude Makelele einen Kopfball Panuccis nur auf der Linie retten. Den eigentlichen Todesstoß gab Frankreich aber ein Spieler aus den eigenen Reihen: In der 25. Minute holt Abidal, der den in den ersten Spielen glücklosen Thuram ersetzt, Toni im Strafraum von den Beinen, der Schiedsrichter zückt Rot und zeigt auf den Elfmeterpunkt. Andrea Pirlo, verwertet kaltschnäuzig, mit einem Mann weniger müssen die Franzosen das Spiel nun drehen. Dafür verordnet Domenech einen Taktikwechsel, Nasri wird nur 16 Minuten nach seiner Einwechslung vom Rasen beordert und durch Boumsong ersetzt. In der Folge spielt nur mehr Italien, De Rossi und Grosso vergaben bis zur Pause jeweils eine, Toni gleich drei hochkarätige Chancen auf eine höhere Führung. Die dezimierten Franzosen fanden zwar nach der Pause zwei Ausgleichsmöglichkeiten durch Benzema und Henry vor, ein von diesem abgefälschter De Rossi-Freistoß ging aber auf der Gegenseite zum 2:0 in die Maschen und die Entscheidung war gefallen (62.). Die Franzosen agierten nunmehr sichtlich verzweifelt, nichts gelang mehr. In der 74. Minute parierte Buffon einen Benzema-Schuss und somit die letzte Chance auf den Anschluss. Italien wird im Viertelfinale auf Spanien treffen, Frankreich bleibt die Enttäuschung des Turniers, ist Gruppenletzter mit einem mageren Punkt bei einem Torverhältnis von 1:6.

Vor der EURO rechneten viele Beobachter Rumänien trotz Zulosung in die Hammergruppe C keine schlechten Chancen aus, hatten sie doch ihre Qualifikationsgruppe souverän vor den Niederlanden gewinnen können. Die schon fix als Gruppensieger feststehende „Elftal” präsentierte sich aber auch in Bern mit neun Veränderungen zum Frankreich-Spiel als Anwärter auf den Titel. Obwohl die Rumänen, die mit einem Sieg unabhängig vom Parallelspiel ins Viertelfinale aufsteigen hätten können, mit mehr Chancen ins Spiel starteten, blieb ihnen schließlich nichts anderes zu tun, als der niederländischen B-Elf bei einer gelungenen Kür zuzusehen. Marius Niculae (4.), Adrian Mutu (24., 30.) und Paul Codrea (44.) vergaben in den ersten 45 Minuten Chancen für Rumänien, in Orange versäumten Huntelaar (33.) und Robben (37.) die Führung. Vier Minuten nach dem Wechsel kann Van Persie einen Drehschuss nicht im Netz unterbringen. In der 54. Minute ist es aber soweit: Ibrahim Afellay schiebt den Ball zehn Meter vor dem Tor quer zu Orlando Engelaar, dieser lässt die Kugel jedoch zu Klaas Jan Huntelaar passieren, der zwischen der überraschten rumänischen Hintermannschaft nur mehr einzuschießen braucht. Mutu vergibt in der 84. Minute die einzige realistische Ausgleichsmöglichkeit, zu diesem Zeitpunkt hätte Rumanien aber auch ein Unentschieden nicht mehr gereicht, weil Italien bereits 2:0 in Führung lag. Alles klar machte Robin van Persie in der 87. Minute durch einen scharf platzierten Schuss ins kurze Eck. Die Niederlande beenden die Vorrunde also mit neun Punkten und 9:1 Toren, Rumänien scheidet trotz Unentschieden gegen den Weltmeister und den Vizeweltmeister aus.

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