Hicke nimmt den Hut
24.06.2008, von Michael Kommentare (1)
Foto: Flickr.com
Der österreichische Nationaltrainer Josef Hickersberger beendet sein Engagement. Wenige Tage, nachdem er einer Vertragsverlängerung noch positiv gegenüberstand, verabschiedet er sich mit den Worten: „Ich will kein Tanzbär mehr sein!”
Am 17. Juni, dem Tag nach dem letzten EURO-Auftritt der österreichischen Nationalmannschaft bei der 0:1-Niederlage gegen Deutschland, gab sich Hickersberger noch zuversichtlich. Er fühle sich der Mannschaft verpflichtet und wolle trotz Nichterreichen des Minimalziels Viertelfinale den eingeschlagenen Weg weitergehen. Der Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB), Friedrich Stickler, begrüßte das bleibende Interesse des 60-jährigen und wollte nur mehr im Gremium die Details bestätigen.
In einem Interview mit der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Der Standard” erklärte Hickersberger aber überraschend, dass im ersten Augenblick die Emotionen überwogen hätten. In einer eigens anberaumten Pressekonferenz am Dienstag ging der scheidende Teamchef auf seinen Meinungsumschwung ein: Nach einigen Tagen Abstand hatte Hickersberger, der bereits von 1988 bis 1990 Teamchef war, erkannt, dass „es keinen besseren Moment gibt aufzuhören. Der Verstand hat über das Herz gesiegt. Deswegen ist meine Zeit vorbei.” Das verlangte Ziel habe er nicht erreicht, wenngleich er seine Aufgabe, das Nationalteam zu verjüngen, mit sehr viel Engagement erfüllt habe. Mitschuld an der Beendigung seiner Trainerkarriere gab Hickersberger aber auch selbstgefälligen Aussagen von Journalisten und Sportmanagern.
Getroffene Entscheidungen bereue er nicht, antwortete Hickersberger auf die Frage, ob er etwas anders gemacht hätte, wenn er noch einmal die Möglichkeit erhielte. Über seine berufliche Zukunft wollte sich der gebürtige Amstettner, der bereits in Bahrain tätig war, nicht äußern. Zwar gebe es immer wieder Anfragen aus verschiedenen Teilen der Welt, momentan aber keine konkreten Angebote. Seinem Nachfolger wünscht er viel Glück, wie auch immer dieser heißen mag. Zudem bedankte er sich bei seinem Betreuerstab und den vielen positiven Reaktionen der Fans.
Im Anschluss an Hickersberger richtete sich auch Friedrich Stickler an die Presse. Er bedauere den Entschluss Hickersbergers, weil er die Entwicklung des Nationalteams auf einem guten Weg sehe. Ein neuer Teamchef solle rasch gefunden werden, die Entscheidung würde das ÖFB-Präsidium in Absprache mit der Bundesliga treffen. Stickler erklärte sich sowohl für internationale als auch für einheimische Kandidaten offen; am wichtigsten sei es jdeoch, einen „guten” Trainer zu finden, der die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zu überstehen imstande ist.
Kommentare
BitteHicke 24.06.2008
na schaaaaaaade
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