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Halbfinale: Mit deutscher Effizienz ins Endspiel

26.06.2008, von Michael Kommentare (0)

Foto: flickr.com
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Deutschland tut sich gegen eine ersatzgeschwächte türkische Mannschaft von Beginn an schwer, findet aber das bessere Ende und gewinnt durch das entscheidende Tor Philipp Lahms mit 3:2.

Es gibt leichtere Aufgaben, als aus dieser unbeständigen deutschen Mannschaft schlau zu werden. Mit einem 2:0 über Polen hervorragend in das Turnier gestartet, machte Löws Elf gegen Kroatien nur die Nebendarsteller und kam nach akzeptablen Spiel gegen Österreich zum zweiten Sieg. Im Viertelfinale zeigten sie sich die Deutschen gegen Portugal wieder von ihrer stärkeren Seite, um sich nun im Semifinale mit einer schwachen Leistung ins Endspiel zu zittern.

Die Türken ließen sich von ihren vier Sperren (Volkan, Emre Asik, Arda und Tuncay) und der langen Verletztenliste nicht beeindrucken, setzten die deutsche Hintermannschaft von Beginn an unter Druck. Kazim Kazim hatte bereits in der 13. Minute die Latte getroffen, neun Minuten später wiederholt er dieses Kunststück, diesmal kann aber Ugur seinen Abpraller über die Linie befördern. Effizient wie es die Deutschen sind, fiel durch deren erste Möglichkeit gleich der Ausgleichstreffer - Podolski passt in der 26. Minute über links flach auf Schweinsteiger, der das lange Eck wählt und Rüstü im Tor keine Chance lässt. Die Türken, die damit im bisherigen Turnier insgesamt nicht mehr nur neun sondern ganze 13 Minuten in Führung lagen, ließen sich aber nicht entmutigen. Das beweist auch die Schussbilanz von 9:1 zugunsten der Bosporus-Kicker in den ersten 45 Minuten.

Knapp nach der Pause reklamierten die Deutschen Elfmeter, als Lahm von Sabri im Sechzehner zu Fall gebracht wurde. Im Ausgleich blieb aber die Pfeife des Schweizer Schiedsrichters Busacca auch stumm, als sich Lahm bei den Türken revanchierte und Kazim an der Strafraumgrenze niederriss (71.). Die Türkei hielt ihren Gegner weiterhin in Schach, obgleich Deutschland zu den besseren Chancen durch Hitzlsperger (55., 73.) kam. Gerade als die Partie in ihre entscheidende Phase gelangte, sorgte ein Stromausfall im Internationalen Übertragungszentrum in Wien für einen minutenlangen Bild- und Tonaussetzer in aller Welt. Ein schweres Unwetter über der österreichischen Hauptstadt, das auch die Besucher der Fanzone flüchten ließ, wurde dafür verantwortlich gemacht. Dass allerdings auch die Notstromaggregate nicht ansprangen, wirft ein schiefes Licht auf den Signalübermittler UEFA.

Die Spieler in Basel registrierten die technischen Probleme natürlich nicht und sorgten just in jenem Abschnitt für den spannendsten Teil der Partie. In der 79. Minute flankt Lahm hoch in den Strafraum, Rüstü zögert, entscheidet sich dann doch, dem Ball entgegen zu gehen und befindet sich dann natürlich zu weit vor dem Tor, sodass Klose ungehindert in das Tor köpfen kann. Die bisherigen Spiele der Türken zeigten, dass bis zum Schlusspfiff mit ihren Toren zu rechnen ist und tatsächlich schienen sie ihrem Image als Mannschaft der letzten Minuten gerecht zu werden. In der 86. Minute lenkte Sentürk einen Sabri-Querpass vor dem griffbereiten Lehmann ins Tor und stellte die 22 Akteure auf eine Verlängerung ein. Dass die Deutschen aber schon viel länger im Ruf stehen, entscheidende Tore kurz vor Schluss zu erzielen, bewies Philipp Lahm mit einem harten Schuss ins kurze Eck in der 90. Minute.

Deutschland gewinnt gegen die Türkei glücklich mit 3:2 und steht erstmals seit 2002 wieder im Endspiel eines großen Turniers. Im Finale von Wien wartet am Samstag der Sieger des zweiten Halbfinalspiels Russland gegen Spanien.

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