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Halbfinale: Virtuose Spanier schießen sich ins Finale

27.06.2008, von Michael Kommentare (0)

Foto: Flickr.coma
Foto: flickr.com

Spanien zähmte den russischen Bären und zieht mit einem 3:0-Sieg über die Sbornaja ins Endspiel ein. Bei diesen Spaniern muss selbst Deutschland in Topform sein, um im Finale Siegchancen zu bewahren.

Russland war neben der Türkei zweifellos die Überraschungsmannschaft dieses Turniers. Etwas zögerlich gestartet, steigerten sie sich immer weiter und warfen im Viertelfinale die bis dahin ebenfalls überragenden Niederländer aus dem Rennen. Nach jedem Spiel schwärmten die Scouts der europäischen Spitzenklubs erneut vom Offensivduo Andrej Arschawin und Roman Pawljutschenko - ein Finaleinzug dank ihrer Tore hätte die russische Erhebung perfekt gemacht.

Doch dagegen lieferten die Spanier einige stichhaltige Argumente, namentlich Xavi Hernandez, Daniel Güiza und David Silva, die für die Treffer des Abends sorgten. Für die spanische Gala waren aber vor allem auch der unermüdliche Senna vor der Abwehrkette und der offensiv wie defensiv überragende Außenverteidiger Sergio Ramos verantwortlich. Torres und Villa im Sturm kamen zwar zu keinem Torerfolg, verunsicherten den russischen Schlussmann Akinfejew aber bereits in der 5. und 11. durch energische Angriffe. Ein Foul Ignaschewitschs an Torres im Strafraum ahndete der belgische Referee nicht mit dem eigentlich fälligen Elfmeter, stattdessen machte Pawljutschenko eine Minute später bei einem 28-Meter-Freistoß erstmals auf sich aufmerksam (16.)

Der strömende Regen in Wien ließ das Spiel in der Folge etwas abflachen, Höhepunkte waren in Minute 31 eine Parade Casillas nach einem Pawljutschenko-Schuss und die verletzungsbedingte Auswechslung von David Villa - der bisher Führende der Torschützenliste wird im Finale vermutlich nicht zum Einsatz kommen. Dass die Russen ihre Chancen in der ersten Hälfte besser nutzen hätten sollen, zeigte sich in der zweiten Halbzeit. Die Spanier legten einen Gang zu. Nach einem Querpass von Iniesta durch die russische Defensive war Xavi Hernandez am schnellsten zur Stelle und schoss den Ball durch die Beine Akinfejews in die Maschen (50.). In ihrer Spiellaune beflügelt kam die Aragones-Elf zu immer besseren Möglichkeiten, noch vergaben aber Torres (52., 63.) und Fabregas (70.).

In der 73. Minute machte Daniel Güiza alles klar. Der Torschützenkönig der abgelaufenen Primiera Division-Saison stoppte sich einen Fabregas-Lupfer mit der Brust und überhob Akinfejew gefühlvoll. Den Russen gelang in der Folge noch kaum eine ernstzunehmende Kombination, im Gegenzug leistete Fabregas einmal mehr die Vorarbeit und passte quer auf Silva, der sich allein gegen Akinfejew die linke untere Ecke aussucht und auf den 3:0-Endstand stellt (82.).

24 Jahre hat es gedauert, bis Spanien wieder in ein Europameisterschaftsfinale vorstoßen konnte. Im sonntäglichen Finale wird „la furia roja” auf Deutschland treffen und dort alles geben, um nach 1964 den zweiten großen Titel zu erringen.

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