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Dem Angriff widerstehen

4.07.2008, von Michael Kommentare (0)

Foto: Flickr.com
Philipp Lahm/Foto: Flickr.com

In der Verteidigung des fanline08.at EM-Teams befinden sich kaum Akteure, die vor der Europameisterschaft dort vermutet wurden.

Die spanische Meisterelf begeisterte die Zuseher mit erstklassigem Kombinationsspiel. Die akkuraten Kurzpässe dienten aber nicht nur dazu, das Mittelfeld zu überbrücken, die spanischen Angriffe fanden ihren Ursprung nicht selten schon in der eigenen Abwehrreihe. Der erste Organisator im Team war der zweikampfstarke Carles Puyol, der mit seinen 1,78 m bei Kopfbällen auch größere gegnerische Stürmer bezwang und mit einer ausgezeichneten Übersicht punktete. Auf der rechten Außenbahn sorgte immer wieder Sergio Ramos für Gefahr. Als nomineller Außenverteidiger eilte er so oft die Seitenlinie bis zum gegnerischen Strafraum entlang und schlug derart bedrohliche Flanken, dass für seine Position im Spiel eine eigene Bezeichnung eingeführt werden sollte.

Viel war im Verlauf dieser Europameisterschaft vom packenden russischen Offensivfußball die Rede. Der Durchmarsch bis ins Halbfinale wäre aber nicht möglich gewesen, hätte nicht auch die Abwehrleistung gestimmt. Stellvertretend für die Defensive der Sbornaja soll ihr Mann in der Schaltzentrale, Juri Schirkow, Teil unserer EURO-Auswahl sein. Analog zu Puyol setzte Schirkow auf der linken Außenbahn kraftvolle Akzente nach vorne und fachte damit auch die Dynamik seiner Mitspieler an.

Wie freute sich doch die fußballinteressierte Weltöffentlichkeit auf das Auftaktspiel der Portugiesen am 7. Juni. Ein Torfeuerwerk Cristiano Ronaldos wurde vorausgesagt und ein spielfreudiges Spektakel der Offensivabteilung um Deco und Nuno Gomes. Portugal gewann gegen die Türkei tatsächlich problemlos mit 2:0. Es war allerdings Verteidiger Pepe, der allen die Show stahl. Der gebürtige Brasilianer schoss dabei ein Tor, ein weiteres wurde wegen Abseits aberkannt. Obwohl sich Portugal im Viertelfinale verabschiedete, war Pepe ein nicht wegzudenkender Leistungsträger, der wie viele seiner europäischen Mitstreiter immer auch stark den aktiven Spielaufbau mitgestaltete.

Vor allem gegen die Türkei war der 24-jährige Philipp Lahm einer der Hauptverantwortlichen für Deutschlands Finaleinzug. Zwar verschuldete er den Ausgleich zum 2:2, zeigte aber in der 90. Minute keine Nerven, leitete einen Traumangriff ein und schoss sein Team nach einem Doppelpass mit Hitzlsperger ins Endspiel. Doch auch in den restlichen Partien war der nur 1,70 Meter große Verteidiger einer der konstantesten Spieler seiner Mannschaft.

Die eigentlichen Anwärter der italienischen Defensive auf einen Platz im All Star Team gehen leer aus. Fabio Cannavaro, der 2006 als erster Innenverteidiger zum Weltfußballer des Jahres gewählt wurde, und Marco Materazzi (Verteidiger des Jahres 2007 in der Serie A) finden keinen Platz. Cannavaro, weil ihn eine Verletzung in der Vorbereitungsphase außer Gefecht setzte, Materazzi, weil ihn Nationaltrainer Donadoni schon im ersten Spiel auswechselte, nachdem er mit der niederländischen Offensive so gar nicht zurechtkam. In den folgenden Spielen durfte er gar nicht mehr auflaufen, die Rolle des italienischen Abwehrregisseurs übernahm Giorgio Chiellini. Anders als viele seiner Teamkollegen fand Chiellini zu einer guten Form und leistete einen wertvollen Beitrag, dass Italien nach den drei Gegentoren im Auftaktspiel im restlichen Turnierverlauf nur mehr einen Treffer hinnehmen musste.

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