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Kraft aus der Mitte

5.07.2008, von Michael Kommentare (0)

Foto: flickr.com
Wesley Sneijder/Foto: flickr.com

Das Mittelfeld des fanline08.at EM-Teams wird wenig überraschend von der spanischen Europameistermannschaft dominiert.

Bei den besten Abwehrspielern der EURO 08 konnte man sehen, dass moderne Verteidiger immer auch den Drang nach vorne verspüren. Dadurch ergab sich natürlich eine enge Verzahnung mit den Mittelfeldspielern. Außerordentlich gut konnte Europameister Spanien dieses Konzept umsetzen. Eine herausragende Rolle nahm dabei sicherlich Xavi Hernandez ein, der von der UEFA auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Die Argumentation lautet: „Der 28-jährige Spielmacher des FC Barcelona lief in fünf der sechs Spiele der Spanier auf und war ein Garant dafür, dass diese erstmals seit 1964 wieder einen großen Titel gewinnen konnten. Seine Fähigkeit, das Spieltempo vorzugeben, war der Hauptgrund für die Technische Studiengruppe der UEFA, ihn zum Spieler des Turniers zu wählen.” Doch auch sein Mitstreiter Marcos Senna bestach durch besondere Leistungen. Als Abräumer vor der Verteidigung, ein typischer „Sechser”, scheiterten viele gegnerische Angreiffe nicht erst an der spanischen Verteidigung, sondern am gebürtigen Brasilianer.

Wesley Sneijder hätte Xavi durchaus den Rang des besten Spielers ablaufen können. Allerdings wäre das nur dann möglich gewesen, hätten die Niederländer nicht schon im Viertelfinale die Heimreise antreten müssen. In der Gruppenphase war der 24-Jährige maßgeblich am überragenden Auftreten der niederländischen Auswahl beteiligt, machte Tempo in der Offensive, behielt dabei aber stets den Überblick. Nicht zuletzt wegen seiner zwei Prachttreffer gegen Frankreich und Italien sicherte er sich in beiden Spielen die „Man of the Match”-Ehrung. Einen Stammplatz im Mittelfeld verdiente sich durchaus auch Lukas Podolski. Der gebürtige Pole erzielte in den ersten beiden Gruppenspielen alle drei Tore der deutschen Nationalmannschaft und bereitete im Viertelfinale gegen Portugal und im Halbfinale gegen die Türkei jeweils einen Treffer vor. Strahlt er diese beständige Torgefahr auch bei seinem Heimatverein Bayern München aus, so kann er dort selbst in einer Stürmerposition den bei der EURO enttäuschenden Stars Miroslav Klose und Luca Toni den Rang ablaufen.

Nicht ganz gereicht für einen Platz in der Startformation unseres fanline08.at EM-Teams hat es für zwei von Podolskis Teamkollegen. Trotzdem trugen Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger nicht unwesentlich zum Vorstoß ihres Teams ins Finale bei. Ballack findet sich auch im UEFA All Star Team wieder, der Vorsitzende Andy Roxburgh begründete seine Wahl folgendermaßen: „Ballack war eine der entscheidenden Figuren auf dem Weg der Deutschen ins Endspiel. Und er hat das schönste Freistoßtor der EM geschossen.” Schweinsteiger fand nach seiner Roten Karte gegen Kroatien und der daraus resultierenden Zwangspause im Spiel gegen Österreich schnell in eine gute Form zurück. Im Viertel- und Halbfinale erzielte er jeweils ein Tor, gegen Portugal verzeichnete er zudem zwei Assists. Verglichen mit den überragenden Leistungen ihrer Teamkollegen Xavi und Senna ging die Performance Andres Iniestas, David Silvas und Cesc Fabregas etwas unter. Dennoch darf auch ihr Anteil am spanischen Durchmarsch nicht unterschätzt werden. Zwei weitere außergewöhnliche Schlüsselfiguren ihrer Teams finden sich in Luka Modric aus Kroatien und Hamit Altintop aus der Türkei. Beide agierten nahezu fehlerlos und organisierten die Mittelfeldreihen ihre Mannschaften äußerst umsichtig.

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